SolarCalculatorHQ

Verschattungsrechner für Solaranlagen

Berechnen Sie jährlich verlorene kWh und Einnahmen durch Teilverschattung Ihrer PV-Anlage. Kostenloser Rechner für Bypass-Dioden- und Mikrowechselrichter-Modelle.

Verschattungsrechner für Solaranlagen

Jahresertrag (ohne Verschattung)
6.868 kWh
Jährlicher Verlust (kWh)
155 kWh
Jährlicher Verlust (€)
56 €
Ertragsminderung
2,3%
Empfehlung
String-Anordnung optimieren.

So nutzen Sie diesen Rechner

Geben Sie acht Werte ein, und der Rechner liefert den jährlichen Basisertrag, jährlich verlorene kWh durch Verschattung, jährlich verlorene Einnahmen in Euro sowie eine Empfehlung zur Wechselrichter-Topologie.

  1. Anlagengröße (kW) — Gesamtnennleistung. 8,4 kW ist die typische deutsche Einfamilienhaus-Anlage (21 × 400 W Module).
  2. Sonnenstunden pro Tag — Norddeutschland 2,5–2,7, Süddeutschland 3,0–3,3. PVGIS-SARAH3 liefert exakte Werte für Ihren Standort.
  3. Systemwirkungsgrad (%) — 80% ist ein realistischer Wert für moderne deutsche Anlagen inklusive Wechselrichter-, Leitungs- und Temperaturverlusten.
  4. Strompreis (€/kWh) — Verivox und Check24 bezifferten den Durchschnittspreis 2026 auf etwa 36 ct/kWh.
  5. Module gesamt — laut Anlagenschema.
  6. Verschattete Module — Anzahl der Module, die im Tagesverlauf zumindest zeitweise im Schatten liegen.
  7. Verschattungsstunden pro Tag — Jahresdurchschnitt; pessimistische Schätzungen sind sinnvoll, da Wintersonne ohnehin niedriger steht.
  8. Verschattungsgrad (%) — Schornsteine und Wände 80–95%, Bäume 40–70%, Dachfenster und Lüftungsrohre 70–90%.
  9. Wechselrichter-Topologie — Mikrowechselrichter/Optimierer, moderner String mit Bypass-Dioden, oder vor-2005-String ohne Bypass.

Wie Verschattung den PV-Ertrag wirklich beeinflusst

Solarmodule sind in Reihe geschaltete Strings. Der Strom wird durch die Zelle mit dem geringsten Strom begrenzt. Wenn eine Zelle verschattet ist, fungiert sie als Engpass für den gesamten String. Ohne Schutzmaßnahmen kann ein einziger Vogelkot oder ein Blatt den Ertrag eines 10-Modul-Strings um 90% senken.

Bypass-Dioden — typisch 3 pro Modul, eine pro Zellgruppe von 20–24 Zellen — lösen dieses Problem. Fällt das Licht auf eine Zellgruppe unter etwa 20% der vollen Einstrahlung, leitet die Diode den Strom um die Gruppe herum. Der String verliert ein Drittel eines Moduls, nicht den gesamten String. Jedes in Deutschland vertriebene Modul mit VDE-Zertifizierung hat Bypass-Dioden.

Leistungsoptimierer (SolarEdge, Tigo) und Mikrowechselrichter (Enphase IQ8, APsystems) bieten modulweise MPP-Verfolgung. Ein verschattetes Modul beeinflusst dann nur sich selbst. Sie eliminieren Verschattungsverluste nicht — sie begrenzen den Schaden modulgenau.

Die Verschattungs-Mathematik

Für einen modernen String mit Bypass-Dioden:

Verlust-Anteil ≈ (verschattete Module / Module gesamt)
               × (Verschattungsstunden / produktive Stunden pro Tag)
               × (Verschattungsgrad / 100)

produktive Stunden ≈ 8 (typisches PV-Produktionsfenster um die Mittagszeit)

Für einen alten String ohne Bypass-Dioden fällt der gesamte String während der Verschattung ab:

Verlust-Anteil ≈ (Verschattungsstunden / 8) × (Verschattungsgrad / 100)

Beispielrechnung für eine 8,4 kW-Anlage, 2,8 PSH, 80% Wirkungsgrad, 0,36 €/kWh, 2 von 20 Modulen 3 h/Tag bei 60% verschattet, moderner String-Wechselrichter:

  • Jahresertrag (Basis) = 8,4 × 1000 × 2,8 × 0,80 × 365 / 1000 = 6.870 kWh
  • Verlust-Anteil = (2/20) × (3/8) × 0,60 = 0,0225
  • Verlust pro Jahr = 6.870 × 0,0225 = 155 kWh
  • Einnahmeverlust ≈ 56 € (Bezugspreis-bewertet)

Typische Verschattungsszenarien in Deutschland

SzenarioVerschattungsgradStunden/TagJahresverlust (moderner String)
Schornstein auf 1 Modul (ganzjährig)85%1,50,8%
Dachgaube auf 2 Modulen (Sommer-Vormittag)80%22,0%
Nadelbaum auf 3 Modulen (ganzjährig)80%34,5%
Laubbaum auf 4 Modulen (nur Sommer)60%43,6%
Antenne oder Lüftungsrohr auf 1 Modul75%10,5%
Schneeauflage auf gesamter Anlage (Jahresmittel)100%0,5~2% Schneeverlust
Verschmutzung (Pollen, Staub) gesamt6%86%

Deutscher Winterschnee schiebt sich meist innerhalb von 24–72 Stunden selbständig vom Modul — die schwarze Anti-Reflexschicht absorbiert genug Streulicht für die Erwärmung.

Maßnahmen, sortiert nach Wirtschaftlichkeit

  1. Bäume schneiden oder fällen — 200–800 € pro Baum in Deutschland. Bei 6% Mehrertrag auf einer 8 kW-Anlage zu 36 ct/kWh entspricht das 175 €/Jahr — Amortisation unter 5 Jahren. Achtung: Baumschutzsatzungen in vielen Kommunen verlangen Fällgenehmigungen für Bäume ab 30–80 cm Stammumfang.
  2. String-Layout optimieren — verschattete und unverschattete Module in getrennten Strings. Bei der Installation kostenlos. Sollte zum Standard jedes zertifizierten Solateurs gehören.
  3. Leistungsoptimierer (SolarEdge, Tigo) — Mehrkosten 0,08–0,12 €/W. Besonders sinnvoll bei Teilverschattung und Ost-West-Dächern.
  4. Mikrowechselrichter (Enphase IQ8) — Mehrkosten 0,12–0,18 €/W. Beste Wahl bei komplexen Dachgeometrien und starker Verschattung.
  5. Anlage verlegen — Bei 15%+ Verschattung auf der gewählten Dachseite und einer schattenfreien Alternative lohnt sich der längere Leitungsweg fast immer.

Häufige Fehler

  • Bewölkung als Verschattung zählen. Bewölkung steckt bereits im PVGIS-Wert für die Sonnenstunden — nicht doppelt zählen.
  • Schnee überdramatisieren. Schnee fällt typischerweise innerhalb von 1–3 Tagen selbst ab. Modellieren Sie 2–4% Jahresverlust für Schnee in Deutschland, nicht 10%.
  • Nadel- und Laubbäume verwechseln. Ein Eichenkrone im Februar schattet kaum; eine Fichte schattet ganzjährig.
  • Verschmutzungsverluste mit Verschattung vermengen. Verschmutzung wird durch Reinigung behoben, nicht durch String-Optimierung.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wie stark reduziert Verschattung den Ertrag deutscher PV-Anlagen?
Auf einer modernen Anlage mit Bypass-Dioden, installiert nach VDE-AR-N 4105, verursacht eine Verschattung von 2 von 20 Modulen über 3 Stunden bei 60% Intensität etwa 2,2% Jahresverlust. Bei einer 8,4 kW-Anlage mit 8.000 kWh/Jahr sind das 176 kWh — etwa 63 € beim aktuellen Strompreis von 36 ct/kWh, oder 14 € bei der EEG-Einspeisevergütung von 8,1 ct/kWh für Volleinspeisung. Verbraucherzentrale und Fraunhofer ISE empfehlen Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter, sobald die prognostizierten Jahresverluste 5% überschreiten.
Beeinflusst Verschattung die EEG-Einspeisevergütung?
Direkt — die EEG-Vergütung wird pro eingespeister kWh gezahlt. Jede durch Schatten verlorene kWh ist eine, die Sie weder selbst nutzen noch einspeisen können. Bei Eigenverbrauch ist der wirtschaftliche Verlust größer (36 ct/kWh Bezugspreis) als bei Volleinspeisung (8,1 ct/kWh nach EEG 2026). Der Rechner bewertet verlorene kWh mit dem Bezugsstrompreis — multiplizieren Sie das Ergebnis mit dem Verhältnis Einspeisevergütung/Bezugspreis, wenn Sie überwiegend einspeisen.
Lohnen sich Mikrowechselrichter in Deutschland?
Bei Anlagen mit relevanter Verschattung (Schornstein, Nachbarbäume, Gauben, Antennen) amortisieren sich Mikrowechselrichter (Enphase IQ8) oder Leistungsoptimierer (SolarEdge, Tigo) typischerweise innerhalb von 8–12 Jahren — die Mehrkosten liegen bei etwa 800–1.500 € für eine 8 kW-Anlage. Bei einer schattenfreien Süddach-Anlage ist ein hochwertiger String-Wechselrichter (Fronius, SMA, Kostal) die wirtschaftlichere Wahl. Wenn der Rechner einen Jahresverlust über 4% prognostiziert, holen Sie beide Angebote ein.
Wo kann ich die Verschattung meines Dachs prüfen?
PVGIS-SARAH3 der Europäischen Kommission liefert standortgenaue Einstrahlungsdaten für ganz Deutschland kostenlos. Google Project Sunroof deckt die meisten deutschen Großstädte ab. Das Marktstammdatenregister und die Bundesnetzagentur veröffentlichen keine Verschattungsdaten, aber zertifizierte Solateure führen eine Verschattungsanalyse mit Aurora Solar oder PV*SOL durch — fordern Sie diese als Teil Ihres Angebots an. Für eine DIY-Prüfung machen Sie Fotos vom Dach um 9, 12 und 15 Uhr am 21. Dezember (Wintersonnenwende, worst case).
Was ist der Unterschied zwischen Kern- und Halbschatten?
Kernschatten (Vollverschattung) blockiert 80–95% des direkten Lichts — z. B. ein Schornstein, der einen scharfen Schatten wirft. Halbschatten ist der diffuse Übergangsbereich oder Licht durch Baumkronen — typisch 30–50% Blockade. Im Winter ist diffuses Licht ohnehin schon im Wert für die Sonnenstunden enthalten (etwa 2,6 PSH/Tag in Norddeutschland, 3,0 in Süddeutschland) — eine zusätzliche Verschattung durch Wolken zählt also nicht als Verschattung im Sinne des Rechners.

Ähnliche Rechner