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Eigenverbrauchsquote-Rechner (Deutschland)

Kostenloser Rechner für die Eigenverbrauchsquote Ihrer PV-Anlage in 2026. Vergleicht Eigenverbrauch und Autarkiegrad mit und ohne Heimspeicher unter EEG §48 Einspeisevergütung.

Eigenverbrauchsquote-Rechner (PV mit/ohne Speicher)

Eigenverbrauchsquote (ohne Speicher)
30%
Eigenverbrauchsquote (mit Speicher)
53.5%
Autarkiegrad (ohne Speicher)
52%
Autarkiegrad (mit Speicher)
92.8%
Jährliche Ersparnis (ohne Speicher)
984 €
Jährliche Ersparnis (mit Speicher)
1.250 €
Mehrwert Speicher pro Jahr
265 €
So funktioniert die Rechnung
Jahresertrag: 6,071 kWh
Eigenverbrauchsquote (ohne Speicher): 1,821 kWh · Eigenverbrauchsquote (mit Speicher): 3,248 kWh

So funktioniert der Rechner

Der Eigenverbrauchsquote-Rechner ermittelt zwei Kennzahlen — die Eigenverbrauchsquote (welcher Anteil des Ertrags selbst genutzt wird) und den Autarkiegrad (welcher Anteil des Haushaltsstromverbrauchs aus PV stammt) — sowie den jährlichen Mehrertrag eines Stromspeichers unter der EEG-Einspeisevergütung.

Sieben Eingabewerte genügen für eine Berechnung von Jahresertrag, Eigenverbrauchsquoten mit und ohne Speicher, jährlicher Ersparnis sowie Speicher-Mehrwert in €/Jahr.

  1. Anlagengröße (kWp) — DC-Nennleistung. Bundesnetzagentur Markstammdaten 2024: Median neuer Privatanlagen 9,2 kWp.
  2. Sonnenstunden/Tag — Jahresdurchschnitt aus PVGIS oder DWD. Berlin 2,8, München 2,9, Hamburg 2,5, Köln 2,7, Stuttgart 3,0, Frankfurt 2,9.
  3. Jahresverbrauch (kWh) — Ihre 12-Monats-Summe vom Stromzähler. Stromspiegel 2024 Mittelwert 3-Personen-Haushalt 3.500 kWh, Wärmepumpe + EV 7.000–10.000 kWh.
  4. Strompreis (€/kWh) — BDEW 2026 Durchschnitt 0,357 € für Standardlastprofil, Verbraucherzentrale-Tarif-Check 0,28–0,42 € je Anbieter.
  5. Einspeisevergütung (€/kWh) — EEG §48 Überschusseinspeisung 0,0786 € (Anlagen bis 10 kWp Inbetriebnahme Februar 2026), Volleinspeisung 0,1301 €.
  6. Speichergröße (kWh) — Nutzkapazität. sonnenBatterie 10: 11 kWh, BYD Battery-Box Premium HVM: 7,7–22,1 kWh, E3/DC S10 X: 6,5–19,5 kWh.
  7. Tageslast-Überlappung (%) — Ihr Eigenverbrauchsausgangswert ohne Speicher. Standard 30 Prozent; bei Homeoffice, Wärmepumpe oder PV-tagsüber-Wallbox auf 40 Prozent+ erhöhen.

So funktioniert die Rechnung

Jahresertrag        = Anlagengröße × Sonnenstunden × 365 × 0,77
ohne_Speicher_EV    = min(Jahresverbrauch, Jahresertrag × Überlappung/100)
Speicher_Aufnahme   = Speicher_kWh × 365 × 0,92 × 0,85
mit_Speicher_EV     = min(Jahresverbrauch, ohne_Speicher_EV + Speicher_Aufnahme, Jahresertrag)
Eigenverbrauchsq.   = EV_kWh / Jahresertrag × 100
Autarkiegrad        = EV_kWh / Jahresverbrauch × 100
Bezugskosten        = (Jahresverbrauch − EV_kWh) × Strompreis
Einspeisevergütung  = (Jahresertrag − EV_kWh) × EEG_Tarif
Stromrechnung_PV    = max(0, Bezugskosten − Einspeisevergütung)
Jahresersparnis     = Jahresverbrauch × Strompreis − Stromrechnung_PV
Speicher_Mehrwert   = mit_Speicher_Ersparnis − ohne_Speicher_Ersparnis

Der Performance-Ratio-Faktor 0,77 nach IEC 61724 erfasst Wechselrichterverluste (3–4 Prozent), Leitungsverluste (1–2 Prozent), Verschmutzung (2–5 Prozent), Hochtemperatur-Derating (5–8 Prozent) und Modul-Mismatch (1–2 Prozent). Der Speicher-Faktor 0,92 × 0,85 = 0,782 entspricht dem typischen LFP-Wirkungsgrad nach BSW Solar Speicherleitfaden 2024 (92 Prozent AC-AC-Rundlauf, 85 Prozent nutzbare Entladetiefe für tägliche Vollzyklen).

Rechenbeispiel: 8 kWp PV in München mit 5 kWh BYD-Speicher

  • Anlage: 8 kWp, 2,9 PSH (München), 35,7 ct/kWh Strom, 7,86 ct/kWh EEG-Vergütung
  • Jahresertrag: 8 × 2,9 × 365 × 0,77 = 6.519 kWh/Jahr
  • Jahresverbrauch: 3.500 kWh (Stromspiegel 3-Personen-Haushalt)
  • Ohne Speicher: EV = min(3500, 6519×0,30) = 1.956 kWh
    • Eigenverbrauchsquote 30,0 Prozent · Autarkiegrad 55,9 Prozent
    • Bezug 1.544 × 35,7 ct = 551 € · Einspeisung 4.563 × 7,86 ct = 359 €
    • Stromrechnung mit PV = max(0, 551 − 359) = 192 € · Rechnung ohne PV = 1.250 €
    • Jahresersparnis 1.058 €
  • Mit 5 kWh BYD: Aufnahme = 5 × 365 × 0,92 × 0,85 = 1.427
    • EV = min(3500, 1956 + 1427, 6519) = 3.383 kWh
    • Eigenverbrauchsquote 51,9 Prozent · Autarkiegrad 96,7 Prozent
    • Bezug 117 × 35,7 ct = 42 € · Einspeisung 3.136 × 7,86 ct = 246 €
    • Stromrechnung mit PV = max(0, 42 − 246) = 0 €
    • Jahresersparnis 1.250 € — Speicher-Mehrwert 192 €/Jahr

Der 5-kWh-Speicher (Nettoinvestition 4.800 € nach 0 Prozent USt) amortisiert sich in 25 Jahren — außerhalb der 10-Jahres-Garantie. Wichtiger Hinweis: Dies entspricht der reinen Bilanz-Bewertung. Sobald die Wärmepumpe oder Wallbox zum Haushalt dazustößt (Jahresverbrauch +5.000 kWh), verdoppelt sich der Speicher-Mehrwert auf 380–450 €/Jahr und die Amortisationszeit fällt auf 11–13 Jahre.

Rechenbeispiel: gleiche Anlage mit Wärmepumpe (Jahresverbrauch 7.500 kWh)

  • 8 kWp, 2,9 PSH, 7.500 kWh Verbrauch (Wärmepumpe + Familie)
  • Jahresertrag 6.519 kWh
  • Ohne Speicher: EV 1.956 kWh (30 Prozent), Ersparnis 853 €/Jahr
  • Mit 5 kWh: EV 3.383 kWh (51,9 Prozent), Ersparnis 1.256 €/Jahr
  • Speicher-Mehrwert 403 €/Jahr — Amortisation 11,9 Jahre

Mit Wärmepumpe oder E-Auto-Wallbox überschreitet der Speicher-Mehrwert deutlich die KfW-270-Zinslast. Verbraucherzentrale-Empfehlung 2025: Speicher erst dann, wenn Jahresverbrauch durch Wärmepumpe/Wallbox auf >6.000 kWh steigt.

Eigenverbrauchs-Hebel ohne Speicher

Vier Hebel ohne Speicher-Investition heben den Eigenverbrauch um 5–15 Prozentpunkte:

  1. PV-Heizstab im Pufferspeicher — ein Heatfox iQ7+, my-PV ELWA-E oder MicroProffix-Heizstab leitet Mittagsüberschüsse in den 200–500-l-Heizungs- oder Brauchwasserspeicher. Erfasst typischerweise 800–1.500 kWh/Jahr. Investition 600–1.200 €.
  2. Wallbox-Tagessteuerung — Tesla Wall Connector, openWB, go-eCharger oder KEBA P30 erlauben PV-überschussorientiertes Laden ab 11 Uhr. Bei einem täglichen Pendelverbrauch von 15–30 kWh ist das der größte Einzel-Hebel.
  3. Wärmepumpen-EVU-Sperre umkehren — moderne Wärmepumpen (Daikin Altherma, Viessmann Vitocal, Vaillant aroTHERM) unterstützen SG-Ready-Eingang. Verschiebung der Verdichterlast in das 11–15-Uhr-Fenster bringt 6–12 kWh/Tag PV-Eigenverbrauch im Winter.
  4. Smart-Plug-Lastverschiebung — Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner mit Shelly Plug S, AVM FRITZ!DECT 200 oder Bosch Smart Home Plug zeitversetzt einschalten. Hebel 5–8 Prozentpunkte für 20–35 € pro Smart-Plug.

Den reinen Einspeise-Ertrag berechnet unser Einspeisevergütung-Rechner — das Speicher-Payback separat im Solar-Speicher-ROI-Rechner.

EEG-Vergütungsdegression 2025–2027

§ 49 EEG sieht eine halbjährliche Degression der Einspeisevergütung um 1 Prozent vor, sofern der Solar-Zubau über dem Zielwert von 22 GW/Jahr liegt:

InbetriebnahmeÜberschuss bis 10 kWpVolleinspeisung bis 10 kWp
Aug 20248,11 ct/kWh13,40 ct/kWh
Feb 20258,03 ct/kWh13,27 ct/kWh
Aug 20257,94 ct/kWh13,14 ct/kWh
Feb 20267,86 ct/kWh13,01 ct/kWh
Aug 2026 (Prognose)7,78 ct/kWh12,88 ct/kWh
Feb 2027 (Prognose)7,07 ct/kWh12,75 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur EEG-Vergütungssätze, Stand März 2026.

Die Vergütung gilt für 20 Jahre + Inbetriebnahmejahr. Wer 2026 in Betrieb geht erhält bis Ende 2046 garantiert 7,86 ct/kWh — eine Inflationsabsicherung von ungefähr -1,7 Prozent real pro Jahr. Verbraucherzentrale-Empfehlung 2026: Anlage 2026 in Betrieb nehmen lohnt sich bei aktuell höchsten Strompreisen, Speicher dagegen erst dann ergänzen wenn Bewohner-Lastprofil >5.000 kWh/Jahr erreicht.

Quellen

  • Bundesnetzagentur, EEG-Vergütungssätze und Markstammdatenregister-Auswertung 2024.
  • BSW Solar (Bundesverband Solarwirtschaft), Photovoltaik-Speicher-Leitfaden 2024 und Marktanalyse Heimspeicher 2025.
  • BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Strompreisanalyse Januar 2026.
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Photovoltaikanlagen — sich rechnen oder nicht 2025.
  • DGS Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, Leitfaden Photovoltaische Anlagen (Auflage 8, 2024).
  • Stromspiegel für Deutschland 2024 (co2online gGmbH).
  • KfW Bankengruppe, Programm 270 Erneuerbare Energien — Standard (Stand März 2026).
  • IEC 61724-1:2017 Performance of Photovoltaic Systems.

Wer noch die Anlagengröße planen will, findet die Auslegung im Wieviele-Solarmodule-Rechner und die KfW-Finanzierung im Solarkredit-Rechner.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine typische Eigenverbrauchsquote ohne Speicher in Deutschland?
Nach Daten der Bundesnetzagentur und des BSW Solar Marktstammdatenregisters 2024 liegt die unbegleitete Eigenverbrauchsquote für eine typische 8-kWp-Anlage auf einem 3.500-kWh-Haushalt bei 25–35 Prozent. Berufstätige Familien mit leerem Tagesprofil sitzen bei 22–28 Prozent, während Rentner-Haushalte oder Familien im Homeoffice 35–45 Prozent erreichen. Der DGS Leitfaden Photovoltaische Anlagen verwendet 30 Prozent als Planungsstandard. Mit der seit 2023 reduzierten Einspeisevergütung (7,86 ct/kWh nach EEG §48 für Anlagen ab 1. Februar 2026) und gestiegenen Strompreisen (BDEW 2026 durchschnittlich 35,7 ct/kWh) ist die Differenz zwischen importiertem und exportiertem Strom auf 27,84 ct/kWh angewachsen — der höchste Wert seit Einführung des EEG.
Wie sehr erhöht ein Stromspeicher die Eigenverbrauchsquote?
Ein korrekt dimensionierter LFP-Heimspeicher (5–10 kWh nutzbar für eine 8-kWp-Anlage) hebt die Eigenverbrauchsquote von 30 Prozent auf 55–80 Prozent. Ein 5-kWh-BYD Premium oder sonnenBatterie 10 Speicher mit 92 Prozent Wirkungsgrad und 85 Prozent nutzbarer Entladetiefe nimmt rechnerisch 1.427 kWh/Jahr Mittagsüberschuss auf, die sonst zur EEG-Vergütung von 7,86 ct exportiert würden. Bei 35,7 ct Strompreis und 7,86 ct Einspeisevergütung ist jede verschobene kWh 27,84 ct wert — damit erwirtschaftet ein 5-kWh-Speicher etwa 397 €/Jahr zusätzlich gegenüber einer reinen PV-Anlage.
Eigenverbrauchsquote oder Autarkiegrad — welche Kennzahl ist wichtiger?
Die Eigenverbrauchsquote (selbstverbrauchte kWh / Jahresertrag × 100) ist die wirtschaftlich entscheidende Kennzahl, weil sie misst, welcher Anteil Ihrer Erzeugung den Strompreis-vs-Vergütungs-Spread monetarisiert. Der Autarkiegrad (selbstverbrauchte kWh / Jahresverbrauch × 100) misst Unabhängigkeit vom Netz — relevant für Inselanlagen oder Notstromauslegung. Beide Werte werden im Rechner getrennt ausgewiesen. Für die meisten deutschen Haushalte ist die Eigenverbrauchsquote die richtige Optimierungsgröße: Jeder Prozentpunkt zusätzlich entspricht etwa 18–22 €/Jahr Mehrertrag bei einer typischen 8-kWp-Anlage.
Lohnt sich ein Speicher 2026 noch wirtschaftlich?
Mit 0 Prozent Umsatzsteuer auf PV-Anlagen und Speicher (§ 12 Abs. 3 UStG seit 1. Januar 2023) und KfW 270-Förderkrediten (effektiver Zins 4,28 Prozent Stand März 2026) liegt der Netto-Endkundenpreis für einen 5-kWh-LFP-Speicher bei 4.500–5.500 € installiert. Bei einer typischen Eigenverbrauchssteigerung von 30 auf 70 Prozent erwirtschaftet er 350–450 €/Jahr Zusatzersparnis — daraus ergibt sich eine Amortisation von 11–14 Jahren. Das liegt knapp innerhalb der 10-Jahres-Herstellergarantie (BYD, sonnen, E3/DC) und der 15-jährigen Lebensdauer. Größere Speicher (10 kWh+) verlängern die Amortisation überproportional und sind nur bei Wärmepumpen oder Wallboxen wirtschaftlich gerechtfertigt.
Welche Rolle spielt das EEG 2023 / §48 für den Eigenverbrauch?
Das EEG 2023 hat die Vergütungsstruktur grundlegend geändert: Volleinspeisung ist mit 13,01 ct/kWh deutlich höher vergütet als Überschusseinspeisung mit 7,86 ct/kWh (Stand 1. Februar 2026, Anlagen bis 10 kWp). Die monatliche Degression von 1 Prozent halbjährlich (§ 49 EEG) drückt die Vergütung weiter — Anlagen die im Februar 2027 in Betrieb gehen erhalten voraussichtlich noch 7,07 ct. Diese Spreizung macht die Eigenverbrauchsoptimierung 2026 lohnender denn je. Verbraucherzentrale-Empfehlung: bei Überschusseinspeisung Speicher mitplanen, bei Volleinspeisung auf Speicher verzichten und Erzeugungsoptimierung priorisieren.

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